{"id":66,"date":"2017-12-10T13:40:48","date_gmt":"2017-12-10T13:40:48","guid":{"rendered":"http:\/\/zahnarztbergedorf.de\/?page_id=66"},"modified":"2017-12-12T18:38:45","modified_gmt":"2017-12-12T18:38:45","slug":"parodontologie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/zahnarztbergedorf.de\/index.php\/parodontologie\/","title":{"rendered":"Parodontologie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Parodontitis in Hamburg Bergedorf<\/strong><br \/>\nDie Parodontitis ist eine bakteriell bedingte Entz\u00fcndung, die sich in einer weitgehend irreversiblen Zerst\u00f6rung des Zahnhalteapparates (Parodontium) zeigt.<\/p>\n<p>Die Parodontose hingegen bezeichnet einen nicht-entz\u00fcndlichen Schwund des Zahnbettes ohne vertiefte Zahnfleischtaschen und ohne Blutungsneigung des Zahnfleisches, wie es ihn so nicht gibt. Der Begriff wird also meist falsch verwendet.<\/p>\n<p>Der 1921 von Weski eingef\u00fchrte Begriff &#8222;Parodontose&#8220; war urspr\u00fcnglich als Sammelbegriff f\u00fcr s\u00e4mtliche Erkrankungen (entz\u00fcndlich und nicht-entz\u00fcndlich) des Zahnbettes gedacht. Seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts gilt jedoch die oben erw\u00e4hnte Unterscheidung.<\/p>\n<p>Man unterscheidet eine apikale (von der Wurzelspitze ausgehende) und eine marginale (vom Zahnfleischsaum ausgehende) Parodontitis, welche jedoch auch ineinander \u00fcbergehen k\u00f6nnen (Paro-Endo-L\u00e4sionen). Ursache f\u00fcr die apikale Parodontitis ist ein marktoter Zahn, die Therapie besteht in einer Wurzelkanalbehandlung, einer Wurzelspitzenamputation oder dem Entfernen des Zahnes.<\/p>\n<p>Im Weiteren soll hier nur von der marginalen Parodontitis die Rede sein, die man entsprechend der aktuellen Klassifikation der Parodontalerkrankungen weiter unterteilen kann.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr Parodontitis<\/strong><\/p>\n<p>Die Parodontitis wird wie Gingivitis durch bakterielle Plaque (Zahnbelag) ausgel\u00f6st, einem z\u00e4h anhaftenden Biofilm. Hauptunterscheidungsmerkmal ist der bei der Parodontitis vorhandene, r\u00f6ntgenologisch nachweisbare Knochenabbau, w\u00e4hrend die vertieften Zahnfleischtaschen bei der Gingivitis durch die entz\u00fcndliche Schwellung der Gingiva zustande kommen. Eine langandauernde Gingivitis (Zahnfleischentz\u00fcndung) kann auf den Kieferknochen, die Wurzelhaut und das Zement \u00fcbergreifen. Der \u00dcbergang ist jedoch nicht zwangsl\u00e4ufig, gerade bei Kindern und Jugendlichen kann eine Gingivitis \u00fcber Monate und Jahre bestehen, ohne auf andere Strukturen \u00fcber zu greifen. Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Sowohl bei der Gingivitis als auch bei der Parodontitis werden aus dem Biofilm bakterielle Stoffwechsel- und Zerfallsprodukte freigesetzt, die Abwehrreaktionen des K\u00f6rpers ausl\u00f6sen. Die Hauptrolle bei der Gewebszerst\u00f6rung selbst spielt das eigene Immunsystem, das versucht, die Bakterien zu beseitigen. Diese Immunantwort besteht aus einer vielf\u00e4ltigen Abfolge von Reaktionen und Aktionen, bei der verschiedene Entz\u00fcndungsstoffe und \u2013zellen beteiligt sind. Unter anderem werden Enzyme gebildet, die die Bakterien zerst\u00f6ren sollen, jedoch auch zu einer Zerst\u00f6rung von Eigengewebe f\u00fchren. Das f\u00fchrt letztlich zum Verlust von Bindegewebe und Knochen. Das Ergebnis der Reaktion auf die Bakterien sind Zahnfleischbluten, Taschenbildung, Zur\u00fcckgehen des Zahnfleischs und schlie\u00dflich Lockerung und Verlust der Z\u00e4hne.<\/p>\n<p>Von den etwa 500 verschiedenen Bakterienspezies, die in der Mundh\u00f6hle vorkommen k\u00f6nnen, sind nur wenige parodontalpathogen (krankheitserregend). Diese werden auch als Hauptleitkeime bezeichnet und bilden sogenannte Cluster (Haufen), welche in ihrer Vergesellschaftung spezifisch sind. Sie sind obligat oder fakultativ anaerobe, gramnegative, schwarzpigmentierte Bakterienarten wie der so genannte Rote Komplex (Porphyromonas gingivalis, Treponema denticola und Tannerella forsythensis (Bacteroides forsythus) sowie Actinobacillus actinomycetemcomitans Subtyp B (neuerdings Aggregatibacter actinomycetemcomitans).<\/p>\n<p><strong>Risikofaktoren<\/strong><br \/>\nObwohl das Immunsystem und die Anwesenheit bestimmter Bakterien die Hauptrolle bei der Entstehung einer Parodontitis spielt, gibt es einige Risikofaktoren, die die parodontale Gesundheit beeinflussen:<\/p>\n<p>schlechte oder falsche Mundhygiene mit Plaque und Zahnstein<\/p>\n<p>genetische Pr\u00e4disposition. In letzter Zeit wurde durch verschiedene Fall-Studien [1], aber auch in transversalen bev\u00f6lkerungsrepr\u00e4sentativen Studien[2] der bis dato noch unbekannte gro\u00dfe Einfluss genetische Pr\u00e4disposition f\u00fcr das Krankheitsbild der Parodontitis erwiesen. Hier zeigt sich vor allem der Einfluss von Genotyp-Varianten im Bereich der Gene IL-1? (Interleukin), IL-1? und IL-1RN (Rezeptorantagonist). Dieser Zusammenhang ist auch f\u00fcr das Myeloperoxidase-Gen bekannt.<\/p>\n<p>Tabakkonsum. Raucher haben verglichen mit Nichtrauchern ein vier- bis sechsfach erh\u00f6htes Risiko, eine Parodontitis zu entwickeln.<\/p>\n<p>Diabetes mellitus (insbesondere wenn der Blutzuckerspiegel schlecht eingestellt ist). Dieser Aspekt des Diabetes mellitus ist schon seit l\u00e4ngerem bekannt und in verschiedenen Studien[3] belegt worden.<\/p>\n<p>Lebenspartner mit bestehender Parodontitis. Eine Ansteckung ist auch von Mutter auf Kind m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Schwangerschaft. Durch Hormonumstellung lockert das Bindegewebe auf, das Zahnfleisch schwillt an und Bakterien k\u00f6nnen leichter in die Tiefe vordringen.<\/p>\n<ul>\n<li>offene Zahnkaries<\/li>\n<li>Mundatmung<\/li>\n<li>Bruxismus &#8211; Knirschen (zumeist stressbedingt)<\/li>\n<li>allgemeine Abwehrschw\u00e4che, insbesondere &#8222;immun-supprimierte&#8220; Individuen (unter oder nach Chemo-Therapie, Transplantations &#8211; Patienten, HIV-Erkrankte, etc.)<\/li>\n<li>unausgewogene Ern\u00e4hrung. Fr\u00fcher spielte Vitaminmangel eine gro\u00dfe Rolle (Skorbut).<\/li>\n<li>ung\u00fcnstig lokalisierte Piercings (Lippe, Lippenb\u00e4ndchen, Zunge)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Verlauf<\/strong><br \/>\nIn den meisten F\u00e4llen handelt es sich um ein chronisch schubweise verlaufendes Geschehen. Dieses tritt vorwiegend bei Erwachsenen auf, ist nur selten schmerzhaft und f\u00fchrt, von den Betroffenen zumeist unbemerkt, erst nach Jahren zu Zahnlockerungen. Der Zahnfleischsaum bietet dabei f\u00fcr Bakterien einen relativen Schutz vor der Selbstreinigung der Mundh\u00f6hle durch Zunge und Speichel. Beim Gesunden garantiert das sogenannte Saumepithel durch seine Anhaftung am Schmelz eine kontinuierliche Oberfl\u00e4che zwischen Zahnfleisch und Zahn. Wird die Plaque in diesen Nischen nicht sorgf\u00e4ltig entfernt, greifen die Ausscheidungsprodukte der Mikroorganismen (Exotoxine) das Saumepithel an und einige Bakterien sind sogar in der Lage das Epithel zu durchwandern. Der K\u00f6rper reagiert auf solche Angriffe mit der Einwanderung von Abwehrzellen aus dem Blut. Dabei bilden die neutrophilen Granulozyten und die Makrophagen einen Schutzwall gegen das weitere Vordringen von Fremdk\u00f6rpern. Nach und nach werden so die Eindringlinge zerst\u00f6rt und phagozytiert (&#8222;verdaut&#8220;). Dabei werden verschiedene Endotoxine freigesetzt. Sowohl die Exotoxine als auch die Endotoxine und einige Zerfallsprodukte der K\u00f6rperabwehrzellen stellen einen Reiz dar. Um das umliegende Gewebe vor diesen Reizen zu sch\u00fctzen und einem Vordringen der Entz\u00fcndung in die Tiefe vorzubeugen, aktiviert der K\u00f6rper unter anderem Osteoklasten. Deren Aufgabe besteht im zielgerichteten Ab- und Umbau von Knochengewebe.<\/p>\n<p>Bei einer guten K\u00f6rperabwehr k\u00f6nnen die Mikroorganismen lange davon abgehalten werden, in die Tiefe vorzudringen. Die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse in diesem Kampf sind jedoch sehr labil. Eine Verschlechterung der K\u00f6rperabwehr, eine starke Vermehrung von Bakterien, oder eine Ver\u00e4nderung der Aggressivit\u00e4t der Mikroorganismen f\u00fchrt dann zu einem weiteren Fortschreiten des Entz\u00fcndungsgeschehens in die Tiefe. So kommt es im Verlauf zu einem stetigen Knochenverlust, der nur durch eine vollst\u00e4ndige Entfernung der Reize gestoppt werden kann. Auf R\u00f6ntgenbildern erscheint der Knochenverlust vorwiegend horizontal, da die Osteoklasten in Ruhephasen der Entz\u00fcndung das zerkl\u00fcftete Knochengewebe ausformen und so an die neuen Gegebenheiten anpassen. Aufgrund des langsamen und langen Krankheitsverlaufs wird diese Form der Entz\u00fcndung als chronische Parodontitis bezeichnet.<\/p>\n<p>Davon wird die aggressive Parodontitis unterschieden, welche rasch zu umfangreichem Knochenverlust f\u00fchrt und manchmal auch schon im Kindesalter auftritt. Darum wurde sie in der fr\u00fcheren Nomenklatur als juvenile Parodontitis bezeichnet. In R\u00f6ntgenbildern erscheint der Knochenverlust bei diesem schnell fortschreitenden Verlauf als scharfkantiger vertikaler Krater entlang der Wurzeloberfl\u00e4che, da keine Ummodellation stattgefunden hat. Als Ursachen f\u00fcr diese seltenere Form werden besonders aggressive Erreger und\/oder eine nicht funktionierende lokale Abwehr der bakteriellen Reize diskutiert.<\/p>\n<p>Da die Entz\u00fcndungen in den Tiefen der parodontalen Taschen fortschreiten, ist eine Diagnose ohne zahn\u00e4rztliche Hilfsmittel f\u00fcr Betroffene oft schwierig. Folgende Anzeichen k\u00f6nnen auf eine Erkrankung des Zahnhalteapparates hindeuten und sollten vom Zahnarzt abgekl\u00e4rt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Gingivitiszeichen<\/li>\n<li>Zahnfleischbluten<\/li>\n<li>R\u00f6tungen, Schwellungen und Ber\u00fchrungsempfindlichkeit des Zahnfleisches in aktiven Entz\u00fcndungsstadien au\u00dferdem<\/li>\n<li>Mundgeruch (Halitosis)<\/li>\n<li>Eiterbildung am Zahnfleisch<\/li>\n<li>Bei fortgeschrittenem Verlauf Zahnfleischr\u00fcckgang (&#8222;die Z\u00e4hne scheinen l\u00e4nger zu werden&#8220;)<\/li>\n<li>Zahnlockerung\/-wanderung<\/li>\n<li>Therapie<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Therapie besteht heute darin, den Entz\u00fcndungszustand des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates zu beseitigen und Plaque und Zahnstein, sowie entz\u00fcndungsf\u00f6rdernde Faktoren zu beseitigen. Die Behandlung gliedert sich in verschiedene Phasen mit unterschiedlichen Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Die erste Phase stellt eine umfassende Diagnostik dar, mit welcher Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung bestimmt werden. Klinisch beurteilt man den Gesamtzustand des Gebisses, die Zahnlockerung, die Tiefe der Taschen (Sondierungstiefe) den Zahnfleischr\u00fcckgang und die Mundhygiene des Patienten. Au\u00dferdem wird durch R\u00f6ntgenaufnahmen der Knochenverlauf festgestellt. In manchen F\u00e4llen werden erg\u00e4nzend mikrobiologische (Nachweis bestimmter parodontalpathogener Bakterien) oder genetische (Nachweis einer genetischen Veranlagung) Tests durchgef\u00fchrt. Auch eine \u00dcberweisung zum Allgemeinmediziner zum Ausschluss einer systemischen Erkrankung (Diabetes, HIV, Leuk\u00e4mie etc.) kann n\u00f6tig sein.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend werden in der sog. Hygienephase alle supragingival (oberhalb des Zahnfleischrandes) gelegenen harten und weichen Bel\u00e4ge entfernt (professionelle Zahnreinigung, PZR). Dabei wird dem Patienten auch gezeigt, wie er zu Hause eine optimale Zahnpflege betreiben kann. Dieser Vorgang muss zumeist mindestens einmal wiederholt werden (die gesetzlichen Krankenkassen verlangen drei Sitzungen im Abstand von etwa einer Woche), au\u00dferdem m\u00fcssen in dieser Phase bei Bedarf F\u00fcllungen oder Wurzelf\u00fcllungen gelegt oder erneuert und nicht erhaltungsw\u00fcrdige Z\u00e4hne gezogen werden. Dadurch werden weitere Bakterienherde in der Mundh\u00f6hle eliminiert. Durch verschiedene Sp\u00fclfl\u00fcssigkeiten oder Medikamente kann ebenfalls das Bakterienwachstum kontrolliert und verringert werden. Allein durch diese Hygienema\u00dfnahmen kann bei vielen Betroffenen schon eine merkliche Besserung erreicht werden.<\/p>\n<p><strong>PerioChip<\/strong><br \/>\nPerioChip ist ein nichtantibiotisches Arzneimittel, das die Heilung des entz\u00fcndeten Zahnfleisches effizient unterst\u00fctzt. PerioChip ist eine kleine Membran, die mit Chlorhexidin vernetzt ist. Chlorhexidin wird schon seit Jahrzehnten in der Zahnmedizin als Bakterien abt\u00f6tende Substanz angewendet (Mundsp\u00fclungen, Gels, usw.). Diese Membran l\u00f6st sich nach 7 &#8211; 10 Tagen selbst\u00e4ndig auf und unterdr\u00fcckt die Keimbesiedelung der Zahnfleischtasche f\u00fcr bis zu 11 Wochen nach der Behandlung.<\/p>\n<p>Durch diese Desinfektion der Tasche erholt sich das gesch\u00e4digte Gewebe und die Taschentiefe nimmt ab. PerioChip ist auch in der Erhaltungstherapie nach einer durchgef\u00fchrten systematischen Parodontalbehandlung im Zusammenspiel mit der professionellen Zahnreinigung ein unverzichtbarer Baustein.<\/p>\n<p>Im Anschluss beginnt bei Bedarf die sog. geschlossene Behandlungsphase, bei der die subgingival (unterhalb des Zahnfleischrandes) liegenden harten und weichen Bel\u00e4ge entfernt werden (geschlossene K\u00fcrettage). Dies geschieht mit K\u00fcretten (speziell geformte Handinstrumente), mit schall- und ultraschallbetriebenen Ger\u00e4ten oder unter Anwendung bestimmter Laser. Nach zwei bis drei Wochen Heilungszeit wird das Ergebnis dieser Behandlung kontrolliert, in dem erneut die Sondierungstiefen gemessen und wenn n\u00f6tig die Ma\u00dfnahmen an einzelnen Stellen wiederholt werden.<\/p>\n<p>Bei sehr tiefen Zahnfleischtaschen (&gt; 6 mm), welche durch die Hygienema\u00dfnahmen und die geschlossene Behandlung nicht ausreichend zur\u00fcckgegangen sind, kann es notwendig sein, in die offene Behandlungsphase \u00fcberzugehen. Dabei werden die Bereiche chirurgisch er\u00f6ffnet damit unter Sicht die Ma\u00dfnahmen der geschlossenen Behandlung wiederholt werden k\u00f6nnen. In diesem Fall ist es zum Teil auch m\u00f6glich, er\u00f6ffnete und ges\u00e4uberte Knochentaschen mit Knochenersatzmaterialien (Guided Bone Regeneration, GBR) aufzuf\u00fcllen oder mit Membranen abzudecken (Guided Tissue Regeneration, GTR).<\/p>\n<p>Unter bestimmten Voraussetzungen (aggressive, schnell verlaufende Formen der Parodontitis) ist es sinnvoll, die Behandlung durch die Anwendung von Antibiotika zu erg\u00e4nzen. Es ist von Vorteil, vorher eine Keimbestimmung durchzuf\u00fchren, damit man zielgerichteter behandelt. Es ist jedoch sinnlos die Infektion nur mit Antibiotika zu therapieren, ohne die Z\u00e4hne vorher zu reinigen. Die Bakterien sind in ihrem Biofilm vor der Einwirkung durch das antibiotische Medikament fast vollkommen gesch\u00fctzt. Erst durch die Zerst\u00f6rung des Biofilmes werden die Bakterien f\u00fcr die Antibiotika zug\u00e4ngig.<\/p>\n<p><strong>Prognose<\/strong><br \/>\nRechtzeitig und richtig behandelt kann einer Parodontitis fast immer Einhalt geboten werden, allerdings ist diese Behandlung zum Teil sehr langwierig und immer stark von der Mitarbeit des Patienten abh\u00e4ngig. Da die Parodontitis ein Ausdruck eines erfolgreichen bakteriellen Angriffs gegen die einst intakte Grenze Zahn-Zahnfleisch ist, muss sich jeder Betroffene im Klaren sein, dass selbst nach erfolgreicher Beseitigung dieser Entz\u00fcndung die Gefahr des R\u00fcckfalls fortbesteht. Darum ist auch nach Beendigung der eigentlichen Therapie eine regelm\u00e4\u00dfige Nachsorge n\u00f6tig, um einem erneuten Aufflammen der Entz\u00fcndung fr\u00fchestm\u00f6glich entgegenzuwirken.<\/p>\n<p>Unbehandelt f\u00fchrt die Parodontitis fast immer zu Zahnverlust und daraus folgend zu \u00e4sthetischen und funktionellen Beeintr\u00e4chtigungen. Au\u00dferdem ist Parodontitis ein Risikofaktor f\u00fcr allgemeinmedizinische Erkrankungen. So gilt ein Zusammenhang zwischen parodontalen Erkrankungen und erh\u00f6htem Risiko f\u00fcr das Auftreten von Herzinfarkten und Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises als wissenschaftlich gesichert. In neueren Untersuchungen konnte au\u00dferdem gezeigt werden, dass eine unbehandelte Parodontitis das Risiko von Fr\u00fchgeburten um das Siebenfache steigert und auch niedriges Geburtsgewicht urs\u00e4chlich mit einer Parodontitis zusammenh\u00e4ngen kann.<\/p>\n<p><strong>Parodontitisprophylaxe<\/strong><br \/>\nUm einer Parodontitis oder ihrem Wiederaufflammen vorzubeugen, ist es am Wichtigsten, eine gr\u00fcndliche Parodontitis-Prophylaxe zu betreiben. Neben dem eigentlichen Z\u00e4hneputzen mit der Zahnb\u00fcrste sollte auf eine gute Zahnzwischenraumpflege mit Zahnseide und eine Entfernung von Bel\u00e4gen auf dem Zungenr\u00fccken geachtet werden. Durch eine regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle beim Zahnarzt in Verbindung mit einer professionellen Zahnreinigung alle 3-6 Monate k\u00f6nnen au\u00dferdem Putznischen ges\u00e4ubert werden und Hilfestellungen bei der h\u00e4uslichen Mundhygiene gegeben werden. Bei erh\u00f6htem Risiko, zum Beispiel durch eine Schwangerschaft oder starken Stress, k\u00f6nnen die Prophylaxeintervalle auch verk\u00fcrzt werden, um fr\u00fchestm\u00f6glich auf Ver\u00e4nderungen des Parodonts reagieren zu k\u00f6nnen. Daneben ist es wichtig, die oben genannten Risikofaktoren zu minimieren (z.B. zu Rauchen aufh\u00f6ren, Diabetes richtig einstellen lassen).<\/p>\n<p>Die Folgen des Zahnverlustes, vor allem die zum Teil sehr kostenintensiven prothetischen Ma\u00dfnahmen, welche sich oft an eine parodontologische Behandlung anschlie\u00dfen, sowie die Erkenntnis \u00fcber die allgemeinmedizinischen Zusammenh\u00e4nge haben zur Folge, dass der Diagnose, Behandlung und vor allem der Vorbeugung dieser Erkrankung eine immer gr\u00f6\u00dfere Bedeutung zugesprochen wird. Parodontitis ist eine &#8222;Volkskrankheit&#8220;, fast jeder ist im Laufe seines Lebens irgendwann mehr oder weniger stark betroffen. Bei den \u00dcber-40-j\u00e4hrigen gehen mehr Z\u00e4hne durch Parodontitis verloren als durch Karies.<\/p>\n<p><strong>Parodontitis und Diabetes<\/strong><br \/>\nEs gibt mehrere Studien, die zeigen, dass Diabetiker &#8211; vor allem diejenigen mit schlecht eingestellten Blutzuckerwerten &#8211; ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr die Entstehung einer Parodontalerkrankung haben. Meistens verl\u00e4uft bei diesen Patienten die Erkrankung in schwererer Auspr\u00e4gung als bei Nicht-Patienten. Besonders gef\u00e4hrdet sind Diabetiker, die \u00e4lter als 40 sind, denn die Schwere der Parodontitis nimmt mit der Dauer der Diabetes zu. Zudem kann eine Infektion des Zahnhalteapparates, wie alle Infektionen, zu Schwierigkeiten bei der Kontrolle des Blutzuckerspiegels f\u00fchren und damit die Einstellung der Blutzuckerwerte erschweren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Parodontitis in Hamburg Bergedorf Die Parodontitis ist eine bakteriell bedingte Entz\u00fcndung, die sich in einer weitgehend irreversiblen Zerst\u00f6rung des Zahnhalteapparates (Parodontium) zeigt. Die Parodontose hingegen bezeichnet einen nicht-entz\u00fcndlichen Schwund des Zahnbettes ohne vertiefte Zahnfleischtaschen und ohne Blutungsneigung des Zahnfleisches, wie es ihn so nicht gibt. 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